Präambel

Die Spielbank Hamburg verwirklicht ihre Ziele, indem sie entsprechend der staatlichen Vorgaben des Hamburger Spielbankgesetzes, der Spielordnung und gemäß dem öffentlichen Auftrag die Spielbank führt.

Sie arbeitet stets an der höchsten Gästezufriedenheit, richtet ihre Leistungen an den Erwartungen der Gäste aus und widmet sich mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit den Bedürfnissen der Gäste, denn sie sind indirekt die Arbeitgeber.

Es ist der Spielbank Hamburg indes bewusst, dass es auch Gäste mit Anzeichen für ein problematisches Spielverhalten gibt. Diesen Gästen möchte die Spielbank Hamburg mit diesem Sozialkonzept konkrete Hilfe anbieten. 

(Auszug aus der Erklärung der Geschäftsleitung zur Qualitätspolitik 10/2006)


Das vorliegende Sozialkonzept umfasst Maßnahmen

- der Prävention
- der Früherkennung
- der Intervention
- der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen
- des besonderen Schutzes, sowie geeignete Wege zur Hilfe

Rechtlicher Rahmen

Die Durchführung von Glücksspielen ist über die Vergabe von Konzessionen innerhalb der Bundesländer geregelt. Eine Konzession möchte hiermit den natürlichen Spieltrieb des Menschen kanalisieren und der mit Glücksspielen einhergehenden hohen sozialen Verantwortung Rechnung tragen. Diese Vorgehensweise folgt den Vorgaben des Gesetzes zur Neuregelung des Glücksspielwesens vom 14. Dezember 2007, dem Glücksspiel-Staatsvertrag vom 01 Januar 2008 sowie dem Glücksspielanderungsstaatsvertrag vom 01. Juli 2012.


Definition

Pathologisches Glücksspiel wird im Klassifikationssystem psychischer Störungen mit entsprechenden Diagnoseschlüsseln als Krankheit eingeordnet.

Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger stuft pathologisches Spielen als „andauerndes, wiederkehrendes und fehlangepasstes Glücksspielverhalten mit einer Störung der Impulskontrolle" ein und erkennt ein „nicht stoffgebundenes Abhängigkeitssyndrom" an.

Problematisches und Pathologisches Glücksspiel

Mit problematischem Spielverhalten sind besonders Formen des Glücksspiels angesprochen, bei denen das Spielen über eine Freizeitbeschäftigung hinausgeht. In diesen Fällen ist davon auszugehen, dass die Art des Glücksspielverhaltens einen oder mehrere Bereiche des Alltagslebens gravierend beeinträchtigt. Dies sind besonders die Familien und das soziale wie berufliche Umfeld. Auch hat dies Auswirkungen auf die finanziellen Verhältnisse der handelnden Personen.
(Baumgärtner, Konturen 1/2008 S.8ff)


Experten unterscheiden Ausprägungen problematischen Spiels:

Risiko- und Verlustspieler

- Irrationale Logik des Spieleinsatzes
- Verschuldung
- Kontrollverlustrisiko

Exzessivspieler

- Nervenkitzel
- Toleranzbildung
- Aufrechterhaltung des Nervenkitzels durch Dosissteigerung

Verzweiflungsspieler

- Weiterentwicklung des Risiko- und Verlustspielers
- Lösung von Schuldenproblemen durch Spiel
- Isolation des Betroffenen
- Hohes Illegalitätsrisiko

Bedeutend für die Ausprägung einer solchen Glücksspielsucht sind unter anderem die Persönlichkeit und das soziale Umfeld des/der gefährdeten Spielers/Spielerin sowie die Verfügbarkeit und die Systematik des Spiels.

Das Sozialkonzept der Spielbank Hamburg beachtet die o.g. Definitionen von Glücksspielenden, ist sich jedoch der Überschneidung der einzelnen Klassifikationen bewusst und bezieht diese in die aktive Suchtpräventionspolitik mit ein.

Phasen der Glücksspielabhängigkeit

Eine Abhängigkeit vom Glückspiel erfolgt in der Regel prozesshaft. Die einzelnen Schritte bilden sich in der Entwicklung vom freien Willen im Spiel zum zwanghaft unabweisbaren „Spielen-müssen" ab. Dabei werden die sozialen und persönlichen Werte zunehmend zu Gunsten des zwanghaften Spiels vernachlässigt. Eine damit einhergehende Verschuldung verstärkt diese Entwicklung.

Man unterscheidet folgende Phasen

- Gewinnphase
- Verlustphase
- Verzweiflungsphase


Motivation

Die Spielbank Hamburg möchte bereits verantwortungsbewusst das Entstehen von Glücksspielsucht verhindern und durch ein fundiertes Sozialkonzept aktiv zu einer wirksamen Suchtbekämpfung beitragen.

Das Angebot von Glücksspiel wird daher begrenzt und in überwachte und geordnete Bahnen gelenkt. Im Rahmen dieses Glücksspielangebots wird durch die Spielbank Hamburg sichergestellt, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Ferner sollen die Spieler vor betrügerischen Machenschaften geschützt und das mit Glücksspielen verbundene Risiko von Folge- und Begleitkriminalität abgewehrt werden. Selbstverständlich achtet die Spielbank Hamburg hierbei auch auf die gesetzlichen Bestimmungen des Jugend- und Spielerschutzes.


Glücksspiel kann süchtig machen. Zutritt ab 18 Jahren. Ausweispflicht.
Helpline: 0800/1372700 (kostenlos).